Kontur Magazin | AUTHENTISCH BLEIBEN
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About This Project

Wichtig ist, authentisch zu bleiben

 

Ihre Rolle als „First Lady“ sieht sie gelassen, das Engagement im Bereich Brustkrebs ist ihr ein echtes Anliegen und zum Thema Familie hat sie ihre ganz eigene Philosophie. Sonja Wallner, Ehefrau des Landeshauptmanns, über Rollenbilder, Zeitmanagement und soziales Engagement.

 

Lässig, lustig, bodenständig – Sonja Wallner präsentiert sich während unseres „kontur“-Interviews in Feldkirch bestens gelaunt und herrlich unprätentiös.

 

Ihr Mann ist seit Dezember 2011 Landeshauptmann. Was hat sich seit dieser Zeit für Sie verändert?


Die größte Veränderung ist sicherlich, dass ich seitdem mehr in der Öffentlichkeit stehe und gelegentlich im Alltag erkannt werde. Ansonsten war mein Mann auch die letzten Jahre schon sehr viel unterwegs – das bin ich gewohnt. Geändert hat sich, dass ich mehr dabei bin. Ich versuche, ihn nach Kräften zu unterstützen – einmal ist es wichtig für ihn, er hat es gerne, wenn ich ihn begleite und gleichzeitig ist es ein Weg, ein wenig mehr vom Partner zu haben. Wir schlagen so sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

 

Gab es Momente, in denen Sie sich über sich selbst geärgert haben, weil Ihnen z. B. während eines Empfanges oder Interviews ein kleines „Hoppala“ passiert ist?

 

Eigentlich kann ich mich an nichts Konkretes erinnern. Es ist allerdings immer eine Herausforderung, sich in die jeweilige Situation einzufinden, das passende Outfit zu haben, in eine unbekannte Gesellschaft dazuzustoßen. Wichtig ist auf jeden Fall – und ich sehe das ja auch bei meinem Mann –, keine Rolle spielen zu wollen, sondern authentisch zu bleiben. Die Menschen haben ein gutes Gespür dafür.

 

Nervt es, ab und an als „First Lady“ oder „Michelle Obama des Ländles“ betitelt zu werden?

 

Den Begriff „First Lady“ lese ich gelegentlich in der Zeitung. Aber es macht mir nichts aus. Angesprochen werde ich so im Alltag jedenfalls nicht. Mir fällt auf, dass die Leute oft nicht wissen, wie sie mich ansprechen sollen. Wenn sie mich mit „Frau Landeshauptmann“ begrüßen, antworte ich immer, dass ich die Frau des Landeshauptmannes bin. Ich weiß, dass die Menschen damit ihren Respekt ausdrücken wollen. Mir ist aber am liebsten, wenn sie Sonja oder Frau Wallner zu mir sagen.

 

Was finden Sie am spannendsten an der Politik?


Durch die Tätigkeit meines Mannes bin ich sehr an Politik interessiert und verfolge das aktuelle Geschehen. Natürlich vor allem in Vorarlberg, aber auch darüber hinaus. Ich lese viel Zeitung und verfolge die Nachrichten. Politik ist ein Thema, mit dem sich die Leute meiner Meinung nach viel mehr beschäftigen sollten. Die Zusammenhänge kann man nur erkennen, wenn man sich vertieft. Politik ist etwas, das uns alle angeht. Jede/r kann mitarbeiten und damit die Politik bereichern, in dem er seine Ideen einbringt.

 

Sie haben Ihren Mann 1995 geheiratet. Können Sie sich noch erinnern, wo Sie ihn kennengelernt haben und wie er Ihr Herz erobert hat?

 

Natürlich kann ich mich noch sehr gut daran erinnern. Wir haben uns 1987 in Innsbruck kennengelernt. Ich war zu dieser Zeit an der Krankenpflegeschule der Uniklinik, Markus hat Geschichte studiert. Das erste zufällige Date war auf einem Studentenfest. Eine liebe Bekannte hat mir viel später erzählt, dass er ihr am nächsten Tag vorgeschwärmt hat, dass er die Frau fürs Leben kennengelernt habe.

 

Sie sind Mutter von drei Kindern, unterstützen Ihren Mann bei offiziellen Auftritten und schaffen es zudem noch, in der Onkologie im LKH Rankweil zu arbeiten. Wie meistern Sie diesen Spagat?

 

Es ist sicherlich nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Man muss Prioritäten setzen – die Familie ist mir dabei das Wichtigste. Unsere drei Kinder brauchen meine ganze Aufmerksamkeit, weil mein Mann, vor allem unter der Woche, sehr beschäftigt ist. Eine tatkräftige Unterstützung ist auch das familiäre Netzwerk. Ohne diese Stütze könnte ich vieles nicht schaffen. Die Arbeit auf der Onkologie ist für mich sehr wichtig. Ich liebe meinen Beruf und bin froh, auf diese Weise zumindest Teilzeit arbeiten zu können. Die Termine, die ich gemeinsam mit meinem Mann wahrnehme, erfahre ich meist recht früh, sodass ich alles rundherum gut planen kann – da kommen dann eben auch wieder Freunde und Familie ins Spiel. Sie sehen schon, langweilig wird mir nie und ich kann jeden Tag genießen wie er ist. Die Abwechslung macht ein Leben doch erst interessant, auch wenn es manchmal anstrengend sein kann.

 

Beruht auf Ihrer beruflichen Tätigkeit auch Ihr großes Engagement im Bereich Brustkrebs? Können Sie uns mehr darüber erzählen, u. a. auch über Ihre Arbeit als Pink-Ribbon-Botschafterin?


Ich bin immer sehr gerne Krankenschwester gewesen und habe nur einige Jahre wegen der Kinder pausiert, das heißt, ich setze mich schon seit vielen Jahren beruflich damit auseinander. Brustkrebs ist ein Thema, das alle Frauen betrifft. Mein Engagement bei der Vorarlberger Krebshilfe passt daher sehr gut zu meiner Einstellung und meinem Beruf. Aus diesem Grund habe ich auch nicht lange überlegt, als ich gefragt wurde, ob ich als Pink-Ribbon-Botschafterin fungieren möchte.

 

Warum ist es wichtig, die Menschen für das Thema Brustkrebs zu sensibilisieren?

 

In meiner Arbeit als Studienschwester bei Dr. Alois Lang in Rankweil habe ich viel mit Brustkrebspatientinnen zu tun. Ich sehe, wie gut die Therapien ansprechen, wie vielen Frauen geholfen werden kann. Die Vorsorge ist eine große Chance, denn die Erkrankung kann im Frühstadium erkannt werden und das verbessert die Prognose enorm. Deswegen kann man Frauen nicht oft genug daran erinnern, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen!

 

Sie haben einmal gesagt, dass Ihre Schwester Elvira Ihre Lieblingsdesignerin ist. Was mögen Sie an ihren Kreationen besonders?

 

Das stimmt, Elvira ist meine Lieblingsdesignerin. Sie kennt meine Maße und meine Vorlieben. Ihre Unterstützung ist mir sehr wichtig. Jedes Jahr näht sie mein Festspieloutfit. Im Frühjahr gibt es erste Ideen, danach folgen Stoffeinkauf und Schnittauswahl. Elvira ist sehr kreativ und arbeitet schnell. Es gibt meistens nur ein bis zwei Anproben bis das Outfit passt. Das schätze ich sehr.

 

Was hat sie Ihnen zuletzt geschneidert?

 

Das letzte Kleid hat sie mir im Spätsommer genäht, einfach so auf Vorrat – ein passender Anlass kommt bestimmt. Es ist japanisch angehaucht und sehr figurbetont in Winterfarben.

AUSGABE

Frühling 2014

AUTORIN

Christiane Schöhl von Norman

BILDER

Roland Paulitsch

Category
„First Lady“ Sonja Wallner im Gespräch